Monatsarchiv für August 2010

Duck and Cover. Nicht.


In der letzten Woche launchte Facebook seinen neuen Local Based Sharing Service namens Places, mit dem es möglich wird, dem sozialen Netzwerk die eigene Position mittels Check-In mitzuteilen. Gleichzeitig füllte ein weiteres Thema das Sommerloch: Street View, Googles Großprojekt in Sachen Fassadenfotografie. Beide Produkte riefen – wie nicht anders zu erwarten – hierzulande vor allem Datenschützer und Verfechter der Privatsphäre auf den Plan, die sich mit den Internetriesen die üblichen Scharmützel um Richtig oder Falsch lieferten.

Wenig verwunderlich also, dass das Netz selbst inzwischen vor Anleitungen wimmelt, in denen beschrieben wird, wie der bisherige Status Quo erhalten, ergo der Datensammelwut Einhalt geboten und Otto Normalverbraucher vor den Augen der Konzerne und seiner Mitmenschen beschützt werden kann. Es geht ans Eingemachte, und das merken sowohl Staat als auch Verbraucher.

Die Verbissenheit, mit der das Thema Datenschutz momentan umkämpft wird, erinnert deshalb mitunter nicht ganz zufällig an Geburtswehen, die Mutter Internet bereits hinter sich hat oder in denen sie immer noch steckt. So schwelt der Streit um das Urheberrecht in Musik- und Filmindustrie schon seit langem. Auf der einen Seite die Konzerne, die ihren Tantiemen sichern, und auf der anderen Seite die Endverbraucher, die nicht länger auf das öffentlich gewordene Gut Film bzw. Musik verzichten wollen. Ähnliches gilt für das Verlagswesen, das genau wie seine zwei Mitstreiter händeringend nach Möglichkeiten fahndet, die Zeit zurückzudrehen oder mit den neuen Errungenschaften Frieden zu schließen und neue Erlösquellen zu finden – mäßig erfolgreich. Es ist – wenn auch mit wechselnden Perspektiven und Hauptdarstellern – der ewig währende Streit zwischen Alt und Neu.



Was momentan in den Schwaden der Gefechte unterzugehen droht, ist, dass Google und Facebook mit ihren Services die Infrastruktur und Basis für einen weiteren großen Schritt in der Entwicklung des Netzes liefern werden. Dabei geht es um nichts geringeres, als die Verwirklichung einer flächendeckenden Augmented Reality, einem lang erwarteten Phänomen, dessen Durchbruch bis dato vor allem wegen mangelnder Daten als auch fehlender Performance der mobilen Endgeräte auf sich warten lässt.

Ob Facebook und Google selbst die Applikationen veröffentlichen werden, die die Datenbanken der beiden Großunternehmen realitätserweiternd nutzbar machen, ist dabei nebensächlich. Entscheidend ist, dass 100.000.000 mobile Facebook- und damit potenzielle Places-Nutzer in Kombination mit Googles Street View Projekt und die daran geknüpfte Bilddatenbank mit den möglichen Ausmaßen eines modernen Weltwunders Überlegungen in Richtung einer echtzeit- und örtlichen Augmented Reality Anwendung überhaupt erst sinnvoll und möglich machen. Um die nötige Hardware werden sich Firmen wie Apple nur zu gern kümmern.

Hinter dem Begriff Augmented Reality selbst, der erweiterten Realität, verbirgt sich eben mehr, als die ersten Gehversuche des SZ Magazins vermuten lassen. Tatsächlich ist es neben einer praktischen Mehrinformation, die an einen Gegenstand, einen Ort oder einen Gesicht geknüpft ist und dem Betrachter via mobilem Endgerät dargeboten wird, auch Teil der sukzessiv voranschreitenden Transformation unserer Privatsphäre weg von einem privaten hin zum öffentlichen Gut.



In nicht allzu ferner Zukunft werden wir mit einem Blick durch unser mobiles Telefon wissen können, was und wer sich hinter dem verbirgt, was wir sehen – soweit wir es zulassen. Die Transparenz und virtuelle Verfügbarkeit der Dinge jedenfalls wird genau so zunehmen wie die ihrer Besitzer, angetrieben durch einen immer neue Blüten schlagenden Exhibitionismus, der nur darauf gewartet zu haben scheint, ausgelebt zu werden.

Die Aufweichung der Grenzen, die wir um uns und unser geistiges Eigentum ziehen, ist Teil eines Wertewandels, dem sich die Gesellschaft unweigerlich stellen muss. Wie qualvoll dieser Prozess ist, wird schon heute sichtbar, wenn beispielsweise über Urheber-, Leistungsschutzrecht oder Datenschutz diskutiert wird, als würde es um einen virtuellen Kohlepfennig gehen. Verständlicherweise fällt das erforderliche Umdenken vor allem denjenigen schwer, deren Existenz auf dem alten System fußt oder mangels Anpassungsfähigkeit nur dort funktionieren kann. Davor allerdings dürfte die Wissensgesellschaft keinen Halt machen, will sie doch bis in den letzten Winkel dieser Welt unaufhaltsam ihrer Maxime folgen: dem Wissen. Letzteres gibt es bald mobil und überall, gratis und mit 20 Prozent mehr.


Zuerst erschienen auf Freitag.de.

Tropico Disco | Bar 25 | Raphaël Top Secret | 26.08.10


Morgen spielen Cheers Chris und Emil in der Bar 25, eskortiert werden sie dabei von einem Paris, DJ Top Secret. Infos folgen, Beweismaterial liegt bei.


One of DISCOs bestkept secrets is 25 years old parisian dj TOP SECRET. Playing among such internationally acclaimed artists like Loud-E, Glass Candy, I-Cube, Joakim, James Murphy, Alexander Robotnick its evident that some sparkles of these stars must have fallen onto him , if not the other way round. Through his wild mixing style and energetic yet ecclectic selection, he soon became one of the household names of parisian disco. Looking to expand his musical vision and knowledge he moved to Brussels where he mastered to incorporate old hardware effects into his dj-setup gaining more control and exploring the psychedelic sides of disco and dancemusic. This year will see his long awaited debut on vinyl topping the highly prolific “LIBRE AMBIANCE” imprint, so you better watch out.
Support will come from the ever-notorius berlin firecrackers EMIL DOESNT DRIVE & CHEERS CHRIS who were looking for a chance to reunite the magic for some time.


Raphaël Top Secret | My Summer Is Balearic (1/4) (DL)

Raphaël Top Secret | My Summer Is Balearic (2/4) (DL)

Raphaël Top Secret | My Summer Is Balearic (3/4) (DL)

Raphaël Top Secret | My Summer Is Balearic (4/4) (DL)

Mix via Lemusicasette

MGMT | Congratulations

MGMT | Congratulations

Via Cinematze

Nicolas Jaar | 6 Edits


Am Strand hälst Du Hand,

in der Stadt auf Trab.

Was koch ich heute Abend?


Nicolas Jaar | The Beach (DL)

Nicolas Jaar | Shakedown (DL)

Nicolas Jaar | Stay in Love (DL)


Nicolas Jaar releast 6 Edits für lau via Wolf & Lamb. Die restlichen Tracks finden sich auf Resident Advisor.

Fox Machine | Frank Lloyd Was Wright

Fox Machine | Frank Lloyd Was Wright

Live Visuals for The Göteborg String Theory by Frank Höhne & Stefan Wunderwald