Monatsarchiv für Mai 2010

never tear us apart

Record Club: INXS “Never Tear Us Apart” from Beck Hansen on Vimeo.

wenn jemand zurücktritt, muss ich immer an michael hutchence denken. inxs-lieder sind die wohl hartnäckigsten ohrwürmer, aber auch mit die schönsten. lieber trage ich die 80er und 90er in den ohren, als dass ich leggings trage, denn wie wir wissen: tights are not pants. wie der zufall es wollte entdeckte ich am grauen gestrigen sonntag (dank caroline von triba space) eine stimme, noch schöner als die lockenpracht des inxs-sängers, die ein paar der stücke in neue, zu tränenrührende farbe taucht: st. vincent. die neuinterpretationen entstanden im rahmen des von beck ins leben gerufenen record club.



“record club is an informal meeting of various musicians to record an album in a day. the album chosen to be reinterpreted is used as a framework. nothing is rehearsed or arranged ahead of time. a track is put up here once a week. the songs are rough renditions, often first takes that document what happened over the course of a day as opposed to a polished rendering. there is no intention to ‘add to’ the original work or attempt to recreate the power of the original recording. only to play music and document what happens.”

ergötzt euch, weint ein wenig, und legt es zumindest auf, wenn ihr den rücktritt verkündet. ohne stil is nich.

unsuspecting loveboat boredom

der minnesang unserer zeit meinte nicht den unsäglichen europäischen wettbewerb, der gerade europas kitschkinder in atem hält. dennoch, das oslog-videoblog von lukas heinser und stefan niggemeier hat einen kuss verdient, und einen besseren zeitpunkt als diese paneuropäische erinnerung an die achtziger jahre – den grand prix – könnte es kaum geben, um hier die kategorie loveboat boredom kurz zu beatmen. mit ein paar fashion finds, ein wenig chanson und anderen delikaten dingen des lebens. der schmucke jungspund im eröffnenden bild dieses posts wurde für das editorial “glorious basterds” von sam scott schiavo für das modemagazin supplementaire geschossen. dieses kleinod gibt es als printmonster für schlappe 125 pfund zu kaufen, das pdf für zärtliche 4.99 £. am bildschirm kann man es aber auch durchblättern. wie es eben gefällt.
wir stellen vor: boudist, das fotoblog des australischen fotografen daniel boud. das bild wurde aufgenommen bei der präsentation des labels romance was born bei der fashion week in sydney. für den modeverliebten menschen empfehlen wir noch folgende blogs für den reader: street etiquette (für die herren), brèves de style, das charmante corporate blog vom comptoir de cotonniers (in französicher zunge) und we live young.
und was ist fast so wichtig mode, wenn nicht durch z.b. strenesse durchaus auf gehobenem niveau bereits vereint: der fußball. der guardian verfasst dabei eine glorreiche zusammenfassung der deutschen bundesligasaison und qualifiziert sich mit folgendem satz als neues berlin-hipster-blog (sugarhigh ist auch toll): “and hertha got turned over in the basement like an unsuspecting visitor of berlin’s infamous berghain club.”

mehr ballsport gibt es von der mädchenmannschaft über geschlechterklischees
und michael angele, der versucht das endspiel zu verstehen.

der guardian hatte neben seiner berghain-bundesliga-connection aber auch den schärfsten verriss von sex and the city erbracht, der als intelligente frau nicht schwer sein dürfte zu schreiben. hadley freeman hat den konsum des films kaum verkraftet: “it’s like beinglobotomised with a pink teaspoon. … a woman can love fashion without looking and behaving like an international call girl.”

nicht zu sex and the city 2, aber zu feminismus und das bild der frau in der musikindustrie spricht marina and the diamonds in einem videointerview bei popnography. ihr album sei an dieser stelle auch empfohlen, es schmeckt in einem song ein stück nach laurie anderson und außerdem, wie es sich buchstabiert: mit champagner, fröschen und starken mädchen.

der abend soll aber keinesfalls enden mit champagner, sondern mit einem sprung, behende vom fensterbrett. denn, “ich strich die interpunktion aus meinem leben: kommata, anführungszeichen, punkte, one-night-stands, ellipsen und die abendnachrichten.” und schließlich auch das verliebtsein. nachzulesen in meinem mädchenblog.

one more hurrah

bitter bereuen sollt ihr, falls ihr das konzert von gary am vergangenen samstag in der neuen heimat des magnet club – nun in kreuzberg in den räumen des alten 103club ansässig- verpasst haben solltet. doch: es gibt heute das zweite video (hier entlang zum ersten) des neuen albums “one last hurrah for the lost beards of pompeji“, das am 28. mai bei loobmusik erscheint und für mich das tocotronic-album als platte des jahres locker abgelöst hat. track 5 will kill you. dieser heute und hier heißt “will you”. gelegenheit die band von robert stadlober, astrid noventa, rasmus engler live zu sehen gibt es noch auf einigen orten in deutschland und österreich. für nähere informationen empfiehlt sich ein blick auf die myspace-seite der band.

verantwortlich für das video zeichnet sich übrigens david winter, der uns, wenn nicht des nachts in berlin, immer wieder an sonntagnachmittagen in den wiederholungen von teeniekomödien begegnet. der junge herr im video ist übrigens der künstler julius von bismarck, der im letzten jahr mit dem image fulgurator für aufsehen sorgte und von der ars electronica dafür ausgezeichnet wurde. noch ein paar infos mehr gibt es auf moviepilot, wo das filmchen heute uraufgeführt wurde.

the great outdoors – 2×2 tickets für das opening des ressort clubs

wenige schritte über das holprige kopfsteinpflaster hinter dem hamburger bahnhof, vorbei an frau wieners guter küche und den galerien, hat sich ein neuer club mit blick aufs gewässer, sandkästen und sternenhimmel niedergelassen: das ressort. wir bieten euch ein unverbindliches kennenlernen an diesem wochenende an und verlosen für beide abende – freitag und samstag ab 23 uhr – jeweils 2×2 gästelistenplätze für die eröffnung des clubs. eine fotografische vorschau findet ihr nach dem klick auf facebook. oder noch viel besser: impressionen des pre-opening bei meinem neuen lieblings-online-magazin sugarhigh.
alle infos über das line-up könnt ihr dem flyer entnehmen. am samstag zeichnet sich unter anderem miss jools von mobilee records für die musikalische abendunterhaltung verantwortlich.
einladungen vergeben wir für eine kurze mail an knickenberlin@googlemail.com mit einem sehr stark lustigen, sommerlichen bild völlig willkürlich. ganz wie beim letzten mal, denn wir haben sehr gelacht. los geht’s, der vorhang senkt sich am donnerstagabend.