Monatsarchiv für Juli 2008

the truth is out there & discodust is in berlin

manche behaupten, grindin sei so etwas wie die secret society der mp3-blogger. in teilen trifft dies sicherlich zu, aber zum einen akzeptiert grindin frauen, zum anderen tragen wir unsere pläne stets in die öffentlichkeit: so eben wurde wolfgang clement von der deutschen delegation abgeworben, damit überbleibsel der spd wenigstens in ein paar monaten noch im netz zu finden sein werden. die spd streitet sich derweil lieber noch ein bißchen weiter, denn umfrageergebnisse auf einem all-time-tiefstand haben immer noch nachrichtenwert. politikblogger möchte clement hingegen nicht werden. er brütet emsig über einer deutschen adaption von hipster runoff. clement hat blogs verstanden.
weblogs werden in deutschland zwar weiterhin geflissentlich unterschätzt, wir werden aber gerade im herannahenden bundestagswahlkampf wohl noch einige hochtrabende ideen zu ihrem einsatz hören. ich gehe an dieser stelle gerne wetten ein, dass unbescholtene jungspunde der parteien sich schon jetzt in klausur darüber die köpfe zerbrechen, wie sie blogs infiltrieren können um sie im wahlkampf für die jeweilige partei auf stimmfang zu schicken. zu spät für die spd, und ebenso attestiere ich für diesen zweck den deutschen parteien gerne: it’s not gonna happen. einzige möglichkeit: sie kaufen aleks und bringen in kollaboration mit discodust eine wahlkampfhymne auf den weg und flehen um die unterstützung von clements hipster blog.
man sieht mal wieder, bloggen birgt jede menge spaß. vor allem sind blogs aber eine wunderbare ausrede für uns kinderlose.

das kinderthema ist auch in dieser tage in den printmedien omnipräsent. sogar der cicero, seines zeichens zeitschrift für politische kultur, macht mit dem baby-thema auf: “das neue baby-wunder.” blond und blauäugig strahlt das wunderkind vom titel. ein wenig irritiert war ich weiterhin darüber, dass der cicero sich nun in touch-ähnlicher ankündigungen auf dem deckblatt bedient: wer ist angela merkels mann wirklich? die sterbe-industrie in holland; was obamas vater über den sohn verrät.
das die tage erscheinende face-magazin präsentiert sich mit dem schwerpunkthema: wer kümmert sich um die kinder? nun, hier wird davon ausgegangen, dass die kleinen racker schon da sind, während der cicero uns erkenntnisse darüber liefern will, warum nun wieder so viele kinder geboren werden. im face-magazin erzählen stefan weidner, rza und mark wahlberg von ihrem engagement für kinder, weiterhin gibt es literarische leckerbissen von stefan kalbers, jan off und roman libbertz.

ich durfte hingegen zum face-magazin beitragen, weil ich noch keine kinder habe. ich kann es mir erlauben im nassen kleid durch berliner brunnen zu hüpfen, und – hier meine these zu kinderlosigkeit und blogs – stelle meine zehn kleinen lieblinge vor. mein kinderäquivalent, für das ich manchmal die nacht zum tage mache. wenn man als vermeintlicher akt der ultimativen problemlösung nach berlin gezogen ist, wird man sich früher oder später einen blog anschaffen, den man bemuttern kann. für die katze ist in der mietwohnung kein platz oder die hohe feinstaubbelastung hat unsere allergieproblematik auf die spitze getrieben; als logische folge des kindes als allgegenwärtigen style-accessoire im prenzlauer berg muss man diesen trend boykottieren. wer ist hier überhaupt noch fruchtbar, nach jahren auf raves, im berghain und in der bar25?

ich kümmer mich nicht um die kinder, sondern um knicken. das ist in der tat auch sehr zeitaufwendig, und meine augen leuchten, wenn ich sehe wie der kleine wächst und gedeiht. eine vorbildliche patchwork-familie sind jan und ich außerdem: unverheiratet, ungetauft und mit weiteren partnern. zudem war er es, der mit knicken schwanger geworden ist. wenn das kein stoff für hollywood ist.

wie dem auch sei. freitag abend ist die aus frankfurt stammende kultstätte für elektronische tagesfragen in berlin zu gast. im scala geben sich aleks von discodust, miss toats und ihre gefolgschaft die ehre. das ist natürlich kein schrulliger blogger-pflichttermin wie eine twitterlesung oder die republica, bei der zum thema frauenblogs männer schlicht aus dem raum geworfen wurden. der morgige abend im scala ist einfach eine tanzveranstaltung der extraklasse, auf der sicherlich auch ein paar blogger zugegen sein werden. im kern geht es hingegen immer um inhalte, in diesem fall um musik.

anything you need to know is here. click it, dress up and dance with us.

knicken mix 16: herr schmitz – capri

mein neuster mix, ein bisschen so wie capri-eiskreme. billig, aber trotzdem lecker. es gibt ein bisschen 80er, ein bisschen energie, ein bisschen laser, aber keine schulterpolster.

herr schmitz – capri (dl)

mehr infos zu mir findet ihr hier, die tracklist in den comments. ich akzeptiere free drinks und kreditkarten. download durch klicken des titels. viel spaß damit. ich habe das gern gemacht.

and you can’t help my life, but you can hide the knives

daniel dexter, wahlberliner und alter punkelektroniker mit wurzeln in den 80ern, beglückt uns mit seiner neusten rekonstruktionsarbeit für the fashion, eine dänische indierockband mit vorliebe für allerlei kurzklingiges. aber so ist die vorstadtjugend wohl heutzutage, kaum noch zu befrieden. anyway, freunde der registratur in münchen dürften wissen, was ihnen blüht, den berlinern sei gesagt, dass es sich um indiedisco mit einem ordentlichen schuss tamtam handelt. viel spaß dabei.

the fashion – like knives (daniel dexter remix) (dl) (ysi)

mehr infos zu daniel dexter gibt es hier, mehr zu seiner gruppe acidkids hier.

peaches & friends im scala

das scala hat sich innerhalb kürzester zeit zu einer der wegweisenden adressen in der berliner clubkultur gemausert. entlang des hipster-leitsatzes ‘i listen to bands, that don’t even exist yet’, können die kids hier allwöchentlich zu den taufrischen acts abgehen, auf die der hype just hinter der nächsten ecke lauert, oder zu dem tanzen, was selbst nach einer beachtlichen zeit immer noch explosiv und glühend heiß geblieben ist.
an diesem samstag beendet peaches ihre internationale dj-tour im scala und kommt in begleitung einer handverlesenen gesellschaft begnadeter geschöpfe, die über vergleichbares ekstase-potential wie die kanadierin selbst verfügen.

detaillierte informationen zu den einzelnen künstlern findet ihr auf der myspace seite vom scala; dramaturgisch gestaltet sich die nacht wie folgt:

floor 1
peaches dj-set (xl recordings/berlin)
jackson & his computer band dj-set (warp/berlin)
tvyks (plastique/prag)
keanou raves (scala/wolf gang/berlin)

floor 2
kate boss & ol! (berlin hilton/berlin)
total eclipse of the heart (rio/berlin)
saskia (sweet machine/berlin)

vj: arthur röing (scala/berlin)
art: vladimir karaleev (rio/berlin)

peaches & friends im scala
samstag 26. juli 2008 – 23:00 uhr
friedrichstraße 112a
berlin-mitte
u oranienburger tor

den flyer findet ihr wie immer in unserer party-section am rechten rand.

obama afterparty – disco 24/7

situiert in der nähe der amerikanischen botschaft in berlin, ist das picknick naturgemäß der ort, an dem heute der amerikanische präsidentschaftskandidat zum musikalischen ausklang des abends einlädt. wohl gewählt verzichtet barack obama allerdings darauf, durch das eintauchen in die new rave-kultur und neongeschmückte groupies den amerikanischen wählern anlass zur sorge zu geben. mit dem aus detroit stammenden jeffrey sfire und emil doesn’t drive hat er zwei laser-erleuchtete disco-koryphäen in die nacht gelockt, die selbst dancefloor-debütanten den italo-hüftschwung bis zum morgengrauen einschärfen sollten.

disco donnerstag – 24/7
picknick – dorotheenstraße 90
berlin mitte
ab 22 uhr

and check out picknick at unlike berlin.