Monatsarchiv für Oktober 2007

kap10kurt

irgendwo in den hippen bezirken nycs treibt sich kap10kurt, seines zeiches schweizer und ehemaliger sound engineer solcher größen wie moby, depeche mode und cindy lauper, herum. wenn es für den wahlami allerdings an die arbeit geht, schafft er es, diese erfahrung, die betuchte mistress leah shapiro und sein jeweiliges publikum zu einer sowohl optisch als auch musikalisch anspruchsvollen einheit zu verschmelzen. dafür steht zumindest seit kurzem sein durchaus veritabler name. und für offensive brustbehaarung.

kap10kurt – dangerseekers (rolf honey remix) (dl)

kap10kurt releast am 5. november seine 12-inch dangerseekers, die neben bearbeitungen von tepr und shinichi osawa auch ein rework des sagenumwogenen rolf honey enthalten wird. wer oder was rolf honey ist, kann dabei niemand so genau sagen. jedoch sowohl seine arbeiten an kap10kurts slicken discoinferno dangerseekers als auch yelles tristesse/joie zeugen von formidabler handwerkskunst.

yelle – tristesse/joie (rolf honey remix) (dl)

kap10kurt selbst vergreift sich derweil mit steigender frequenz an dave gahan. ein preview zu seinem kingdom-remix findet ihr hier, die rekonstruktion zu use you hier bei uns.

dave gahan – use you (kap10kurt remix) (dl)

ckeckt spätestens am 5. kurts myspace für informationen hinlänglich des erwerbs der restlichen remixe. der shit ist dope, so viel sei an dieser stelle völlig nüchtern bemerkt. vergesst auch rolf nicht, new raves neuen bruce wayne.

cryptonite and other drugs

sowohl designer drugs als auch die cryptonites sind ein paradebeispiel für musik, die ein gewisses maß an qualität erreicht hat, sich dem ottonormalkonsumenten aber entzieht. it’s all made of plastic und es gibt wenig informationen darüber, was genau eigentlich wer wie und warum macht.

die cryptonites jedenfalls sind schweizer und haben sich vor kurzem singersongwriter john neilson angenommen, um dessen hollywod hills in etwas anderes zu verwandeln. das hat ebenso gut geklappt wie bei michael patrick. bei ihm allerdings geht es zwar nicht um hollywood, aber immerhin um visuelles aufsexen und maschinen. und da treffen sich beide projekte thematisch wieder und bei mir als fan des imaginären fußballklubs maschine mitte den nerv.

John Neilson – Hollywood Hills (Cryptonites Remix) (dl)

New Machine Addict – Sex Up My Brain (Designer Drugs Remix) (dl)

mehr cryptonites gibt es auf discodust, mehr designer drogen auf big stereo. weitere informationen findet ihr auf den myspaces der bands. thematisch wertvoll ausserdem: kim’s ass.

yellow lounge – berghain

die veranstaltungsreihe yellow lounge zieht es diesmal an einen ort, an dem klassischerweise nicht ebensolcher musik andächtig gelauscht wird, sondern das publikum versunken und entrückt puls und bewegung in einklang mit harten technoklängen bringt. wenn das berghain am 8. november für das mahler chamber orchestra seine tore öffnet, prägt nicht der anblick scharf definierter, schweissnasser oberkörper die ästhetik des abends, sondern ein für den club verhaltenes ambiente und ungewohnte musik, die das sinfonieorchester in der ehemaligen turbinenhalle zusammen mit kolja blacher an der violine spielen wird.

die deutsche grammophon/universal classics lädt um 21 uhr zu einer weiteren runde ihrer seit 2001 bestehenden clubeventreihe yellow lounge, die zuvor oft im cookies, 103 oder weekend gastierte und schon neil tennant, matthew herbert und rufus wainwright für klassische dj-sets begeistern konnte. tickets gibt es für 5 euro an der abendkasse.

yellow lounge
mahler chamber orchestra & kolja blacher
schumann – konzert für violine und orchester d-moll
mozart – sinfonie nr. 41 c-dur “jupiter”

donnerstag – 08-11-2007
21.00 uhr
berghain/panorama bar
wriezener bahnhof
berlin friedrichshain

auf der myspace-seite der yellow lounge und klassikakzente stehen zudem die podcasts zur eventreihe zum hören und download bereit.

violence is golden

ausschlaggebend dafür, nicht umgehend jegliche gesellschaftlichen verpflichtungen abzusagen und sich aufgrund eines licht- und serotoninmangels in den winterhalbschlaf zu verabschieden, ist besonders, dass the rakes in der kommenden woche berlin nach einem halben jahr getingel durch andere gefilde wieder beehren.
die vorfreude auf diese einzigartige aerobicstunde und ein paar fundstücke der letzten tage bieten zudem anlass für den ersten teil einer kleinen indiereihe, die im agenturslang gesprochen in der pipeline steckt, aber mit einem deut mehr liebe als ein redundanter pitch hier in wort, bild und ton gefasst werden wird. ich verrate soviel: unter meinem kopfkissen schlummert etwas ebenso schmuckes wie unsere jungen götter von the teenagers.

den anfang bilden allerdings zunächst das londoner quartett the scanners, deren single raw nicht nur am 5. november offiziellen release feiert, sondern die genau mit dem blamma! blamma! remix dieses liedes zu einem festen bestandteil der sets avanciert sind, die am wochenende in den berliner clubs aufgelegt wurden.

das album violence is golden schafft zwar in seiner gesamtheit nicht den sprung zur indie-sensation, ihr catchy brit rock bedient sich allerdings abseits des klassischen repertoires aus schubladen von 90s pop-grunge, elektronischem getöse aber auch sehr zarten, wavigen einschüben, die das album definitiv hörenswerter machen als die ideenlosen aufgüsse von antikem material, mit denen mando diao und the hives sich nun endgültig dazu bekannt haben, sich nicht als musiker, sondern als projektionsflächen für die ersten romantischen fantasien 13jähriger provinzblumen zu verstehen.

hingegen klingen die ersten ergebnisse der scanners leidenschaftlich, markant und energiegeladen. sängerin sarah daly singt mit steter dringlichkeit und dennoch mühelos, dirigiert die band sowohl musikalisch als auch ihre bühnenpräsenz tough, mit stil and a little bit violent – und eben das ist durchgängig programm: liebe & gewalt als leitthema spiegeln sich nicht nur im titel des albums und auszügen der songtexte wieder, der passende domestic violence clip à la amy winehouse & bräutigam folgt sogleich.

da violence is golden bereits im juni 2006 erschien, darf man in nicht allzu ferner zukunft mit neuem material rechnen. blamma! blamma!, la riots und die young americans werden ferner nicht die letzten gewesen sein, die the scanners mit hingabe geremixt haben. die so entstandenen werke findet ihr hier und hier, das original und den blamma! blamma! mix nachstehend.

the scanners – raw

the scanners – raw (blamma! blamma! scanners! mix)

rene van munster

ähnlich wie der vor ein paar wochen gefeaturte brabe wuchs rene van munster in einem umfeld voller musik auf. während er selbst saxophon und cello erlernte, griff er beim hören von musik neben klassischer musik und jazz alles auf, was ihm über den weg lief. schliesslich war es auch diese offenheit gegenüber anderen stilen, die ihn und brabe im jugendorchester der niederlande zusammen bringen sollte. nach ersten austauschen von musik wurzelte die gemeinsame vorliebe für dubsided & co in frühen drum’n'bass-gehversuchen, die sich jedoch schnell in richtung fidgethouse verschieben sollten.

inspiration entlehnt rene von munster dabei vor allem dem umkreis der vorreiter dieser musikrichtung; trever loveys, switch und jesse rose sollen hierbei als namen genügen. aufbauend auf meist kleinen, einfachen ideen erarbeitet er sich in seinen schlafzimmerproduktionen aus den verschiedensten samples, die sich irgendwo zwischen unbearbeitet und völliger distortion bewegen, mit hilfe von reason etwas neues, dessen umfang sich schnell von der anfänglichen, kleinen idee entfernt und weiterentwickelt.

rene van munster – wrap it up (direct dl)

dass die ständige korrespondenz mit seinem guten freund brabe aufgrund der ähnlichkeiten in arbeitsweise und interessen nicht nur theoretischer natur blieb, war abzusehen. so entwickelte sich nach den ersten einzelnen erfahrungen das gemeinsame projekt bootlickers. aus dieser zusammenarbeit entspringt auch die erste ep, die neben zwei gemeinsamen produktionen auch jeweils einen track von brabe bzw. rene selbst enthalten wird und am 19.11. auf down south erscheint. ferner sollen in nächster zeit auf dem berliner label beauty case drei weitere soloproduktionen veröffentlicht werden.

bootlickers – the wasp (direct dl)

neben dem immer neuen quell an ideen für neue produktionen, der sich für ihn seit kurzem durch elektronische musik auftut, will rene dabei sein studium des cellos und der musikpädagogik am konservatorium von groningen zuende bringen. ausserdem: next stop djing. dass alles unter einen hut zu bringen, wird für den 18-jährigen niederländer nicht einfach werden. zu wünschen ist es uns jedoch.

mehr infos gibt es auf den myspaces von rene van munster, brabe, den bootlickers und down south. den früheren post über brabe findet ihr hier, einen weiteren post über rene van munster auf risky bizniz.