Monatsarchiv für Mai 2007

ostjungs aufgepasst: wer ficken will, braucht abitur!

es war bis jetzt kein gutes jahr für den unteren rand unserer gesellschaft: um das so genannte neue prekariat in den relevanzbereich von vatter staat zu reintegrieren, zerissen sich die bonhommes der sozialpolitik ihre mäuler über die abgehängten, die ihr designiertes schicksal damals vermutlich noch weniger brisant wahrnahmen.
als wär das nicht schlimm genug, kommt es nun aber noch dicker. neben den heilbringenden jobs werden, zumindest im osten unserer republik, jetzt nämlich auch die weiber immer rarer. gut gebildet und ernüchtert von den flauen strukturellen rahmenbedingen zieht es sie in den goldenen westen. schlecht für die jungs, die in der tristesse zurückbleiben und sich fortan nur noch durch abmelken erleichterung verschaffen können. dass dieser umstand für die identifikation mit rechten parteien nicht gerade hinderlich ist, liegt auf der hand. schöne scheiße. die frage nach dem grund dieser entwicklung erklärt sich aus den deutlichen unterschieden in den bildungsabschlüssen. hier haben die schlauen mädchen ihre feinen näschen nämlich kilometerweit vor den rotznasen der kerle, die folglich in mindestens zweierlei hinsicht dumm dastehen.
es ist dem autor dieses artikels ein persönliches bedürfnis darauf hinzuweisen, dass sein heiß geliebter heimatlandkreis die speerspitze des elends bildet. hier kommen gerade mal 76 frauen auf 100 männer in der altersgruppe der 18- bis 29-jährigen. und jeder, der die 76 biester samstags schon mal beim discofox im taubenschlag gesehen hat, wird mir zustimmen, dass die auch keiner mehr vermissen würde. hölle, hölle, hölle.


link zur studie “not am mann”, die gestern vom berlin-institut für bevölkerung und entwicklung vorgestellt wurde

snuff – they said it could never be shown

achtung - wer wirklich zart besaitet ist, sollte sich den konsum dieser channel4- dokumentation gut überlegen:


in den heutigen zeiten, in denen happy slapping, gangsta-nachwuchsplagen und prekariats-tv zur normalität gehören, ist der durchschnitts-medienkonsument kaum noch zu schocken. der nächste kick ist nur ein klick entfernt, das internet macht’s möglich.

das war mal anders. vor wenigen jahrzehnten waren die menschen noch leichter zu verunsichern. um so komischer ist es, dass damals wie heute eine frage die zum teil hartgesottene konsumentenschaft spaltet: gibt es snuff-filme wirklich? kann man auf dem schwarzmarkt privat oder kommerziell produzierte filme erstehen, in denen menschen umgebracht werden? oder war und ist es schon immer nur einen findigen special-fx-typen und einem skrupellosen regisseur zu verdanken, dass wir bei filmen wie “guinea pig” oder teeny-pflichtstreifen wie “gesichter des todes” gleichzeitig kotzen und lachen müssen!?!

eine endgültige antwort auf diese frage liefert auch diese channel4-dokumentation “does snuff exist?” nicht, aber einen film-historisch hochinteressanten abriss, wie weit menschen und/oder mörder bereit zu gehen sind, um sich bzw. das sensationsgeile publikum zu unterhalten/schockieren. eine frage mit ungewissen ausgang.

knicken podcast 3 by herr schmitz aus falkowitz

knicken brings you the next episode of kitchen madness, located at the spreewaldplatz. hope you enjoy the shizzle and feel the fuzzy gasheizung. rightclick the picture or subscribe to download.

1 Lo-Fi-Fnk – Wake Up (Justus Köhncke Remix)
2 Mount Sims – How We Do
3 A-Trak – Knockin’ Erol Down
4 TTC – Une Bande de Mec Sympa
5 Stop Die Resuscitate – Bad Night (Tacteel Remix)
6 The Whip – Muzzle No. 1 (Black Ghosts Remix)
7 Alex Gopher – Brain Leech
8 Human League – Don’t You Want Me?
9 Uffie – First Love
10 Noze – Piano (Dop Rmx)
11 Spektrum – Don’t Be Shy (Tom Neville Vocal Mix)
12 Simian Mobile Disco – I Got This Down
13 Daft Punk – Revolution 909
14 Jence – Pogo Galactica

glotze 2.0

J O O S T

klar, für die etwas nerdigeren knickenleser ist joost ein alter hut. die waren schon beta-tester als noch nicht alles 2.0 war.
konnte man bis vor kurzem nur per einladung in den elitären kreis der tester aufgenommen werden, bekommen nun auch normalsterbliche einen einblick in die zukunft des fernsehens.

joost ist das nächste große projekt des schwedischen skype-gründers niklas zennstrom und im grunde interaktives internet-tv im vollbildmodus.
das installieren könnte nicht einfacher sein. keine umständliche registrierung oder ähnliches. mit dem userinterface findet man sich sofort zurecht und mit einer halbwegs anständigen dsl-leitung werden die inhalte ziemlich schnell geladen. wo wir auch schon beim wichtigsten punkt wären: content.

der lässt in der beta-phase natürlich noch etwas zu wünchen übrig, demonstriert aber schonmal ganz gut die themenvielfalt. beispielsweise gibt es einen xl-recordings und einen ministry of sound channel. nicht gerade unsere lieblingslabels, lässt einen aber freudig in die zukunft blicken (wie wäre es mit einem warp oder wichita channel?!).

spielfilme oder populäre serien wie lost, heroes oder the simpsons sucht man noch vergebens. man darf gespannt sein ob wir als europäer vorerst überhaupt verfrüht in den genuss von us tv-serien kommen werden. früher oder später wird auch das fernsehen komplett globalisiert sein, noch allerdings haben die großen networks interesse an der üblichen verwertungkette. sprich: das tv hier hängt ca. 12-18 monate hinterher. ein paar jährchen wird uns die gute alte passive berieselung also sicher noch treu bleiben. auch von uns geschätze britische serien wie mighty boosh oder extras “on demand” bleiben wohl vorerst ein wunschtraum.

die werbung auf joost ist insgesamt noch recht zurückhaltend. mit hochwertigeren inhalten wird sich das allerdings sicher schnell ändern. die bildqualität ist insgesamt schon relativ gut. zwar längst keine dvd-qualität, aber dimensionen besser als youtube.
auch wenn es noch zu früh ist, um das fertige produkt zu beurteilen, reinschauen lohnt sich. nicht nur für nerds…

joost.com

they might be wrong, but are they really wrong?

und wieder mal mahlen die mühlen des gesetzes. diesmal hat warner music imeem aufs korn genommen. das junge portal bietet seinen usern die möglichkeit, geschütztes medienmaterial wie videos und songs online zu stellen. und ewig stellt sich die frage, ob nicht gerade ein portal, das eigentlich nicht mehr macht, als musik zum hören – wohlgemerkt nicht zum runterladen, es wird auf kaufmöglichkeiten verlinkt – anzubieten, “denen da oben” schadet oder im gegenteil eher nicht. die antwort auf diese frage bleibt wohl auf weiteres den usern und etwaigen marketingstrategen überlassen. bis zur endgültigen klärung kann man nur die empfehlung aussprechen, davon gebrauch zu machen, da sich durchaus einiges an lohnenswertem diebesgut ausmachen lässt. unter vorbehalt, versteht sich.

mehr dazu auf imeem.com.